• Madari Frontalansicht

An “Madari” entspricht nichts dem Standard und alles den Vorstellungen des Kunden. Während es oft vorkommt, dass manche Auftraggeber*innen bei meinen Nachfragen nach Details nur mit den Achseln zucken oder die Entscheidung mir überlassen (“Potiposition? Mach, wie du es für richtig hältst!”), wurde bei diesem Bass so ziemlich jede Einzelheit zumindest diskutiert. Das führte einerseits manchmal zu einem stockenden Bauprozess, andererseits zu einem Instrument, das individueller nicht sein kann. Dass dabei dann so ein ausnehmend schöner Bass herauskommt, ist nicht zuletzt dem guten Geschmack des Kunden geschuldet. Eine gelungene Zusammenarbeit!

“Madari” – der Name des Basses ist ein Teil des Nachnamens des Kunden – ist ein Multi-Scale-Bass, d.h. jede Saite hat ihre eigene Mensur (zwischen 812,8mm auf der g- und 838,2mm auf der E-Saite), was zu einer aufgefächerten Bundierung führt. Normalerweise macht man das, um eine lasch klingende H-Saite zu mehr Power zu verhelfen. In diesem Fall ging es aber um Ergonomie: Die gefächerte Bundierung entspricht in etwa der Bewegung der Hand über das Griffbrett. Ergonomie bestimmt sowieso viele Details: Die Halsfräsung ist so ausgeführt, dass die E-Saite etwa 1,5mm höher als die g-Saite liegt, was dem Greifen entgegenkommt; die “Kuhle” in der Decke ist genau für die Armhaltung des Kunden ausgeschliffen; der Bass hängt ausgewogen am Gurt und die obersten Lagen sind problemlos zugänglich.

Die Tonabnehmer hat uns Harry Häussel gefertigt. Sie bestehen jeweils aus zwei Singlecoils (insgesamt also 4 Spulen) in Ebenholzgehäusen, deren schräge Formen genau auf die Mensuren abgestimmt sind und deren Magnetabstand genau den Saitenabständen entspricht. Zwischen den Pickups sitzt eine Ramp aus einem Abschnitt des Deckenholzes und sorgt für ein sicheres Finger-Gefühl. Verschaltet sind die Spulen mit einem 5-Wege-Schalter, mit dem pro Pickup jeweils unterschiedliche Spulenverschaltungen möglich sind. Via Balance-Poti sind die beiden Pickups dann mischbar. Die “Flexcore”-Elektronik von Michael Pope ist ein sehr schön und sauber arbeitender Preamp mit weitreichenden Einstellmöglichkeiten: Vorn sitzt ein Doppel-Poti mit Lautstärkeregler zum einen und passiver Höhenblende zum anderen, dahinter das besagte Balance-Poti, dann jeweils ein Poti für Höhen und Bässe und zu guter Letzt ein Doppelpoti für die Regelung zweier verschiedener Mittenfrequenzen. Diese Frequenzen wiederum lassen sich mittels zweier Minischalter variieren. Mit dem dritten Minischalter lässt sich der Bass passiv schalten.

Glückwunsch an diejenigen, die bis hierhin durchgehalten und die Übersicht bewahrt haben! Viel mehr lässt sich gar nicht mehr sagen. Der Bass hat trotz der HiFi-Komponenten eine Menge Mojo, ist wahnsinnig vielseitig und klingt trotz der etwas kürzeren Mensuren nicht klein oder muffig. Ich bin äußerst zufrieden und mein Kunde kam bei der Abholung aus dem Schwärmen auch nicht heraus.

  • Korpus: Sumpfesche/Nussbaum
  • Decke: Riegelahorn
  • Hals: Riegelahorn/Padouk 5-teilig
  • Griffbrett: Ebenholz
  • Mechaniken: Hipshot
  • Steg: Hipshot
  • Hals-Pickup: Häussel Jazzbucker Custom
  • Steg-Pickup: Häussel Jazzbucker Custom
  • Mensur: 813mm/838mm Multiscale
  • Baujahr: 2018
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